Hallo Vereinskollegen;

Boilies, Bissanzeiger und weiteres, hochmodernes Equipment zählen heute sicher zu der normalen Ausrüstung eines zeitgemäßen Karpfenanglers und das vorherige Ausloten und Erkunden des Gewässers mittels Fischfinder ist zur Routine geworden. Hightech-Rigs und geheime Köderzusätze stehen im Vordergrund, um auch den scheuesten Schuppenträger zu überlisten. All diese Methoden und Mittel besitzen ihre Berechtigung und verzeichnen große Erfolge. Doch es geht auch anders:

Als Angler der "älteren Generation" kenne ich eigentlich nur Kartoffeln, Teig und Mais als Karpfenköder. Es spielt sicherlich nicht nur der Köder die entscheidende Rolle, sondern auch Erfahrung in Bezug auf Fangort und Fangzeit. Äußere Einflüsse - oder Umstände - richtig einzuschätzen kann auch d e r Schlüssel zum Erfolg sein!

Am Tag bringt es im Hochsommer relativ wenig, seinen Köder am Gewässergrund anzubieten. Die Karpfen zieht es bei steigenden Temperaturen nach oben und zu diesem Zeitpunkt kann das Angeln an der Oberfläche äußerst erfolgreich sein.

Die gute alte Weißbrotflocke bringt auch den noch so trägen Bartelträger auf den Geschmack. Eine vor-sichtige Präsentation des Köders ist hier unumgänglich, da die Karpfen durch das Aufklatschen des Köders oder der Pose verschreckt würden. Ein langes Vorfach ist ebenfalls vorzuziehen und gezieltes Anwerfen des Fisches sollte vermieden werden. Vielmehr hat es sich bewährt, den Köder etwas weiter vom Fisch zu platzieren, so daß er mittels der Wellen und des Windes auf den Fisch zutreibt. Diese Präsentation gaukelt eine problemlose Nahrungsaufnahme vor. Nimmt der Fisch den Köder und der Anhieb sitzt, explodiert das Wasser förmlich und der gerade noch so behäbige Fisch verwandelt sich in einen D-Zug mit enormer Kraft!

Die Montagen zum Oberflächenfischen sind relativ simpel. Wasserkugeln oder spezielle Oberflächenposen bringen den Köder zum Fisch. Je leichter die Pose gewählt wird, desto unauffälliger läßt sich der Köder anbieten. Eine der besten Methoden ist, den Köder einfach an freier Leine ohne Pose, Wirbel, usw. anzubieten! Es funktioniert allerdings nur auf geringe Entfernung, da sich bei dieser Art des Angelns das Wurfgewicht in Grenzen hält.

Sinken die Temperaturen gegen Abend, kann wieder zur Grundmontage gewechselt werden, da die Fische jetzt Bodennähe suchen. Auch hier können die Fische direkt vor den eigenen Füßen nach Futter suchen, so daß der Köder nicht immer in den unendlichen Weiten des Gewässers verschwinden muß!

"Petri Heil" wünscht euch H. K., seit 42 Jahren Mitglied im ASV-Jockgrim


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